Ostseestadion Blog

Wir nehmen alles zurück und behaupten das Gegenteil

Nochn Liedschn

gefunden bei Freie-Sicht

Musikalisch nicht so ganz unser Geschmack – aber Text ist hörens und nachdenkenswert

Ich bin kein Nazi, nur Jahrgang 85“

Er will Patriot sein, stolz auf seine Herkunft, und das auch sagen dürfen. Er will die Stimme der Jugend sein, einer neuen, unbelasteten Generation.

Auf der Bühne in der ehemaligen Fabrikhalle Eventwerk in Dresden rappt er:

„Über 60 Jahre sind für mich eine lange Zeit. Wir müssen aufhören, nur nach hinten zu schauen, denn ein Schritt weit voran, Leute, bringt uns das kaum. Ich bin kein Nazi, nur Jahrgang 85, kein Bock mehr auf früher, was mal war, und jetzt hasst mich. Ich bin die Zukunft, ob ihr’s wollt oder nicht, und sie scheint auf mich in schwarzrotgoldenem Licht.“

Die Zuschauer beim „One Love Festival“ beschwört er: „Wir sind trotzdem keine Nazis, obwohl wir Deutsche sind.“ Das Publikum, Jugendliche mit Baseballkappen auf dem Kopf und Hosen in den Kniekehlen, singt seine Texte mit und jubelt.

Hinter der Bühne sitzt Dissziplin neben „King Orgasmus One“ auf der Couch. Der Berliner gilt wegen seiner sexistischen Texte als Vertreter des „Porno-Rap“. Dissziplins Texte dagegen sind – ganz untypisch für die Szene – nicht frauenfeindlich, nicht drogen- und gewaltverherrlichend. Er ist nachdenklich, seine Texte drehen sich um den Zustand Ostdeutschlands, das Aufwachsen zwischen Plattenbauten. Er trägt keine weite Hose und keine Goldkette um den Hals, dafür den Preußenadler auf dem T-Shirt. „Damit will ich meine Herkunft unterstreichen, ich komme aus Brandenburg. Das ist aber natürlich auch eine Provokation.“

Mit dieser Musik aufgewachsen ist auch Sven, Dissziplins Manager. Unter dem Künstlernamen Dita Rantel steht er mit Dissziplin in Dresden auf der Bühne, auch er trägt den Preußenadler auf der Brust. „Ich komme aus der Antifa-Bewegung“, sagt er, „ich bin links. Ich würde bestimmt nicht mit Ben zusammenarbeiten, wenn er rechts wäre.“

Der deutschsprachige Hip-Hop hat sich verändert. Der Berliner Fler bewarb die Veröffentlichung seines Albums „Neue Deutsche Welle“ mit einem abgewandelten Hitler-Zitat in Frakturschrift: „Am 1. Mai wird zurückgeschossen.“ Und rechtfertigte sich in einem Song: „Ich bin kein Nazi, nur ein Deutscher mit Identität.“ Auch der Hamburger Samy Deluxe hat sich unlängst mit dem Lied „Dis wo ich herkomm“ zu seinem Heimatland bekannt und für ein Ende der Schuldgefühle wegen der Naziherrschaft plädiert. Als Sohn eines Sudanesen gilt er jedoch als unverdächtig.

Dissziplin dagegen ist, wie er rappt, „ein ostdeutscher Junge“. Das macht ihn angreifbar. Eine Textzeile wie „Das ist Schwarz-Rot-Gold, das ist mein Blut, mein Stolz, mein Volk“ bestärkt seine Kritiker. „Ich bin stolz, Deutscher zu sein“, sagt er. „Damit nehmen wir den Nazis die Parole weg“, meint Manager Sven.

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18. Juli 2009 - Posted by | La Musika | , ,

4 Kommentare »

  1. Es geht doch nichts über die ritualsmässige Beteuerung, „ich bin kein Nazi“. Das ist fast so wie in einem Land vor unserer Zeit, als die HO-Fleischersfrau noch fragte, „darf es etwas mehr sein?“ Ich trag zwar den Preussenadler aber ich bin kein Nazi. Warum? Weil Friedrich II. auch keiner war. Pah! Wers glaubt wird selig. 8)

    Kommentar von Karl Eduard | 19. Juli 2009 | Antwort

  2. ich glaubs.
    ich glaub auch anderen deutschen patrioten dass sie keine nazis waren…
    zB den deutschen juden damals , die überprozentual zu den frontfreiwilligen im ersten Wk zählten. Eben weil sie patrioten und deutsche und dann erst juden waren.

    und warum glaube ich denen das ? weil sie keine thor steinar klamotten anhatten als sie sich freiwillig meldeten.
    logisch , nich?

    Kommentar von ostseestadion | 19. Juli 2009 | Antwort

  3. Ja, mit Thor Heyerdahl kam das Böse über die Welt. Kon Tikkimässig.

    Kommentar von Karl Eduard | 19. Juli 2009 | Antwort

  4. zeit für reflexionsworkshops zur erarbeitung von handlungsmodulen gegen thor und tor und überhaupt….

    Kommentar von ostseestadion | 19. Juli 2009 | Antwort


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